Granitfelsen von Los Barruecos

Naturfotografie in der Extremadura – Teil 2

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Reisen

Im ersten Teil meines Reiseberichts über die spanische Extremadura ging es zuerst in die weite Kultursteppe der Serena. Anschließend haben wir uns faszinierende Dehesas mit ihren zum Teil bizarren Stein- und Korkeichen angeschaut. Heute möchte ich euch zuerst mitnehmen an Ober- und Unterlauf des fotografisch reizvollen Rio Almonte. Danach geht es zu den Granitfelsen von Los Barruecos mit ihrer ziemlich verwegen nistenden Storchenkolonie – für mich einer der Höhepunkte meiner Reise. Am Ende besuchen wir die Geier beim Castello Monfragüe, deren majestätischer Gleitflug immer wieder aufs Neue fasziniert. Sie waren es ja, die mich in die Extremadura gelockt haben.

Übrigens: Falls du den ersten Teil meines Reiseberichts noch nicht angeschaut haben solltest, dann kannst du das ganz einfach nachholen, indem du hier klickst.

Die Extremadura ist gewiss eine Region, in der man ein ganzes Leben als Naturfotograf verbringen könnte. Mit ihrer ungeheuren Vielfalt an Pflanzen und Tieren lässt sie erahnen, welcher Naturreichtum bei uns durch die intensive Landwirtschaft verloren gegangen ist. Dies soll kein Vorwurf an unsere Landwirte sein, die ja letztlich nur das tun, was politisch gewollt und damit ökonomisch für sie leider zwingend ist. Aber Maiswüsten und Fichtenplantagen, ganz zu schweigen von Intensivtierhaltung, sind nun einmal so ziemlich das exakte Gegenteil von Natur.

Aber zurück zur Extremadura und einigen ihrer beeindruckenden Naturräume:

Fotografieren am Rio Almonte

Hatte ich mir diese Region Spaniens als eine ziemlich trockene Gegend vorgestellt, so wurde ich eines Besseren belehrt. Es gibt nicht nur eine ganze Reihe von Flüssen, sondern auch eine erkleckliche Anzahl Stauseen und andere Gewässer in der Extremadura. Ein fotografisch besonders reizvoller Fluss ist der Rio Almonte. Darüber hinaus bietet er auch noch den Vorteil, sowohl am Ober- wie am Unterlauf an einigen Stellen recht gut zugänglich zu sein. Sogar ein Stellplatz fürs Wohnmobil ließ sich problemlos finden. Ich musste also nur noch meine Kamera schnappen, und schon konnte das Fotovergnügen beginnen.

am Unterlauf des Rio Almonte
Frühling am Rio Almonte
Wasserhahnenfuß am Unterlauf des Rio Almonte
Riesige Teppiche von Wasserhahnenfuß bedecken malerisch einige der flacheren Abschnitte.

Nach der Ankunft und einer kleinen Siesta (ihr wisst schon: Anpassung an landestypisches Verhalten und so) habe ich mir zusätzlich zum Kamerarucksack noch mein Fernglas geschnappt und bin zu einer kleinen Wanderung am Ufer des Oberlaufs aufgebrochen. Meine Aufmerksamkeit galt dabei vor allem den Felsbrocken im Fluss, insbesondere jenen, deren Oberseite aus dem Wasser ragt. Ich wusste nämlich, dass sich dort sehr gerne Exemplare der Spanischen Wasserschildkröte sonnen. Davon wollte ich natürlich unbedingt Fotos machen.

Es dauerte auch gar nicht lange, schon hatte ich die erste Schildkröte entdeckt. Sie saß, genau wie ich es erwartet hatte, auf so einem Stein. Dumm nur, dass sie mich ebenfalls bemerkt hatte. Ich hörte nur noch ein lautes Platschen, und schon war sie verschwunden. Etwas verblüfft über diesen Zaubertrick ging ich dann weiter. Ohne ihre Beine zu bewegen war die Kröte innerhalb eines Wimpernschlags plötzlich fort. Mysteriös.

Es dauerte zum Glück nicht lange bis zum nächsten Felsbrocken mit Schildkröte. Dieses Mal war ich aber schlauer. Äußerst vorsichtig und darauf achtend, keinen Lärm zu machen, pirschte ich mich näher an das Tier heran. Vielleicht noch drei Schritte, dann würde ich eine gute Fotoentfernung erreicht haben. Gaaaanz langsam und leise noch ein Stückchen weiter. Jetzt nur noch ein allerletzter behutsamer Schritt und… platsch. Diese hinterlistige Kröte hatte sich doch tatsächlich einfach wie ein Stein ins Wasser fallen lassen. Ich aber stand da, Kamera im Anschlag und in bester Fotoentfernung von, nun ja, von einem leeren, langweiligen Felsbrocken im Wasser. Warum musste es denn auch unbedingt die Naturfotografie sein? Kerzengießen oder Stricken gelten ja allgemein auch als nette Hobbys.

Schildkröte am Rio Almonte
Spanische Wasserschildkröte beim Sonnenbad

Nun, wie ihr seht, habe ich es letztlich doch noch geschafft, wenigstens eine Schildkröte zu überlisten. Abertausend Jahre Evolution zu unserem Vorteil, und dennoch muss man sich echt abmühen, damit sie einem nicht lässig die Mittelkralle zeigt. Was ist da schief gegangen?

Zufrieden, letztlich doch noch zu meinem Foto gekommen zu sein, machte ich mich auf den Weg zurück zum Wohnmobil, das ich direkt am Flussufer geparkt hatte. Mit einem Tee und ein paar Plätzchen zur Belohnung hatte ich es mir gerade unter der Markise gemütlich gemacht, als ich auf einmal ein spanisches Stimmengewirr und Pferdegetrappel hörte. Blitzschnell sauste ich ins Auto und holte meine Kamera, die ich bereits wieder gut verstaut hatte, noch einmal hervor. Gerade noch rechtzeitig war ich wieder draußen, um eine bunt gemischte Reitergruppe beim Durchqueren des hier sehr flachen Rio Almonte zu fotografieren. Glück muss man haben.

Reitergruppe durchquert den Rio Almonte
Sonntagsausflug auf dem Pferderücken

Auch der Unterlauf des Rio Almonte hat einiges zu bieten. Dort bin ich durch eine romantische Schlucht und einen typischen Schattenwald bis zu einer malerischen alten Steinbrücke gewandert. Dabei habe ich mir viel Zeit für das Fotografieren gelassen, so dass ich mehrere Stunden dort verbrachte. In der ganzen Zeit bin ich nicht einem einzigen Menschen begegnet. Nebenbei hatte ich hier die Möglichkeit, die für unsere Augen sehr ungewöhnliche „Umbra“ zu erleben. An den Bergketten der Extremadura ist der Unterschied zwischen der Vegetation der Umbra (Schattenseite) und jener der Solana (Sonnenseite) enorm. Auch ohne besondere botanische Kenntnisse erkennt man diese zwei völlig verschiedenen Welten, wenn man zum Beispiel vom sonnenverwöhnten Südhang einer Bergkette in den Schatten einer Schlucht oder auch nur auf die Nordseite der gleichen Sierra gelangt.

am Oberlauf des Rio Almonte
am Unterlauf des Rio Almonte
alte Steinbrücke über den Rio Almonte
alte Steinbrücke bei Cabañas del Castillo

Naturfotografie rund um Los Barruecos

Bei Malpartida de Cáceres liegt ein ganz besonderes Juwel der Extremadura. Die riesigen Granitblöcke Los Barruecos stellen ohne Zweifel schon an sich ein naturfotografisches Highlight dar. Aber auch die sie umgebende Natur, zu der auch der kleine See unten gehört, ist mehr als lohnend. Das alles wird allerdings noch einmal in den Schatten gestellt von der Storchenkolonie, die auf einem der Granitfelsen ihre Horste gebaut hat. Einige davon kleben so abenteuerlich am Granit, dass man es kaum glauben mag.

bei Los Barruecos in Malpartida de Cáceres
Zuerst gelangt man zu diesem kleinen, malerischen See…
Granitfelsen von Los Barruecos
…dann erst zu den Felsen. Dieser erinnerte mich an einen auf dem Rücken liegenden Seehund.
Granitfelsen von Los Barruecos mit Storchennestern
die berühmte Storchenkolonie von Los Barruecos in der Abendsonne
Storchennester auf Granitfelsen von Los Barruecos
Kaum zu glauben, dass die Horste auch bei Sturm und Regen sicher halten.

Schon am frühen Morgen noch in der Dunkelheit hatte ich Stativ und Kamera unterhalb der Storchenkolonie am Seeufer aufgebaut. Meine Hoffnung war, dass ich vielleicht schöne Aufnahmen von den Störchen bekommen könnte, wenn sie vom Felsen hinüber zum See fliegen, um dann dort am Ufer ihr Frühstück zu erjagen. Diese Rechnung ist nur begrenzt aufgegangen. Zwar flogen einige Störche tatsächlich in etwa dahin, wo ich sie erwartet hatte, aber so wirklich gute Bilder wollten mir einfach nicht gelingen. Irgendetwas passte nie so ganz, und ich war drauf und dran, meine Ausrüstung abzubauen.

Aus den Augenwinkeln nahm ich dann plötzlich seitlich von mir eine Bewegung wahr. Instinktiv richtete ich meine Kamera neu aus, ohne zu wissen, was sich da überhaupt bewegt hatte und wo genau dieses „Was-auch-immer“ war. Dann entdeckte ich es. Aber was war das für ein Tier, das dort in der Wiese saß und mich fixierte? Ganz vorsichtig schwenke ich meine Kamera in seine Richtung. Dabei ließen wir uns gegenseitig keine Sekunde aus den Augen. Jetzt musste alles ganz schnell gehen. Ich wollte unbedingt ein paar Fotos machen, bevor dieser eigenartige Vierbeiner wieder verschwand. Zum Glück wartete mein unbekannter Beobachter dann tatsächlich einige Momente, bevor er seinen Weg fortsetzte. Ob er wohl ähnlich verdutzt wegen unserer Begegnung war wie ich selbst?

Erst später konnte ich mich dann daran machen, herauszufinden, was mir da wohl vor die Linse gelaufen war. Es handelt sich um ein Ichneumon. Kennt ihr nicht? Tja, das ging mir auch so. Aber in Zeiten der Bildersuche im Internet ist man bei Rätseln dieser Art ja zum Glück immer nur wenige Klicks von der Lösung entfernt. Ichneumone (das ist die korrekte Mehrzahl, ich habe es nachgeschlagen) gehören zu den Mangusten (ja, mit „M“, nicht mit „L“ vorne). Außerhalb von Afrika sind sie nur in wenigen Regionen Spaniens und Portugals zu Hause. Die Extremadura ist eine davon.

Ichneumon bei Los Barruecos
Ichneumon im ersten Licht des Morgens

Kurz nach der Begegnung mit dem Ichneumon konnte ich dann noch ein Foto von einem Rotkopfwürger machen. Er hatte sich in einiger Entfernung auf einen der Pfähle gesetzt, die hier im Naturschutzgebiet der Wegmarkierung dienen.

Rotkopfwürger
Rotkopfwürger

Am Ende hatte ich zwar nicht meine ursprünglich geplanten Storchenbilder im Kasten, aber ich war mit meiner Ausbeute dennoch mehr als zufrieden. Und nicht nur damit. Was noch viel mehr zählt: Ich konnte ein paar wunderbare Stunden in einer wirklich ganz besonderen Landschaft verbringen und bin dabei auch noch ganz unerwartet einem mir bis dahin völlig unbekannten Säugetier begegnet. Jetzt wurde es dann aber wirklich Zeit für ein ordentliches Frühstück. Ich packte Kamera und Stativ ein und machte mich zufrieden auf den Weg zurück zum Wohnmobil.

Die Geier im Nationalpark Monfragüe

So recht kann ich es selbst nicht erklären, aber mir haben es nun einmal die Gänsegeier ganz besonders angetan. Ihretwegen vor allem war ich in die Extremadura gefahren. Schon beim Überqueren der Pyrenäen hatte ich diese beeindruckenden Vögel über den Bergen in der Thermik kreisen sehen. Und auch während meiner ersten Touren hier hatte ich mehrfach die Gelegenheit dazu. Selbst unmittelbar am Straßenrand saßen hin und wieder welche auf den Masten der Stromleitungen. Sie ließen sich auch durchaus nicht davon stören, dass ich anhielt, ausstieg und ein Foto von ihnen machte.

2 Gänsegeier auf Strommast
Es müssen nicht immer die Berge sein. Hauptsache, man hat einen guten Überblick.

Die beste Gelegenheit zum Betrachten und Fotografieren mehrerer Geier- und weiterer Greifvogelarten hat man aber am so genannten Geierfelsen, dem Salto del Gitano im Nationalpark Monfragüe. Die vielen Felsnischen bieten den Vögeln ideale Gelegenheit zum Brüten und eignen sich auch hervorragend als Start- und Landeplätze.

Natürlich zieht der Felsen damit nicht nur Vögel sondern auch unzählige Vogelbeobachter und Fotografen an. Spektive und Kameras waren da dicht an dicht auf ihren Stativen aufgebaut, und es wurden fleißig und in allerlei Sprachen Tipps darüber ausgetauscht, wo gerade welcher Vogel besonders gut zu sehen war. Manche Enthusiasten hatten sogar Campingtische aufgestellt und darauf eine Vielzahl von Bestimmungsbüchern griffbereit liegen. Anders als in der ansonsten so einsamen Extremadura konnte ich hier endlich einmal wieder jenes lange entbehrte Gefühl menschlicher Nähe erleben, das sich sonst nur in einer überfüllten U-Bahn zur Hauptverkehrszeit einstellt. Wie hätte ich da widerstehen können? Also stürzte ich mich ebenfalls ins Getümmel und schoss fleißig Geierbild um Geierbild. Aber so ganz konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir Fotografen den Vögeln hier im Grunde das größere Spektakel boten als dies umgekehrt der Fall war.

Geierfelsen Salto del Gitano
Geierfelsen – Salto del Gitano
Geier am Salto del Gitano im NP Monfragüe
Gänsegeier am Salto del Gitano
Gänsegeier auf Felsen sitzend
Dieser Gänsegeier erinnert mich irgendwie an Julius Cäsar aus den Asterix-Heften.

Natürlich wollte ich mich nicht damit zufrieden geben, meine Gänsegeier (um die es mir ja in erster Linie ging) nur von Ferne zu sehen und auf den Sensor zu bannen. Mein eigentliches Ziel war es, sie im Flug und aus der Nähe zu fotografieren. Der beste Ort dafür sollte das Castillo Monfragüe sein. So parkte ich also unterhalb der Burg mein Wohnmobil und machte mich dann auf den recht mühsamen Weg den Berg hinauf zum Castillo. Oben angekommen stellte ich schnell fest, dass ich auch hier bei weitem nicht der einzige Naturfotograf war, der diese Idee gehabt hatte.

Also hieß es einmal mehr, sich mit in die Reihe zu quetschen und dann der Geier zu harren, die da kommen sollten. Je länger wir warteten, desto unruhiger wurde es in der Gruppe. Wir alle wussten, dass spätestens mit hinreichender Thermik die Geier losfliegen und dann direkt bei uns vorbeikommen sollten. Wir bestätigten uns gegenseitig, es genau so in den einschlägigen Büchern gelesen zu haben.

Dummerweise schienen die Geier nicht allzu viel auf Fachliteratur zu geben. Vielleicht saßen sie ja auf ihrem Geierfelsen und konnten sich einfach nicht losreißen vom Anblick der bunten Schar mehr oder weniger aufgeregt herumwuselnder Vogelbeobachter. Unter uns Fotografen am Castillo Monfragüe ging es zwar sehr viel disziplinierter zu, aber dennoch kam auch bei allerbester Thermik kein einziger Geier vorbei.

Castillo de Monfragüe
die letzten Meter auf dem steilen Weg zum Castillo Monfragüe
Blick vom Castillo de Monfragüe
Blick vom Castillo über die weite Landschaft

Da ich, wie ich im ersten Teil leidvoll berichtet habe, bereits mehrmals von Rothühnern ausgetrickst worden war, wollte ich nicht auch noch den Geiern diese Genugtuung gönnen. Ich verließ also meinen mühsam ergatterten und dann verteidigten Logenplatz beim Castillo Monfragüe und beschloss, wenn schon keine Geier, dann wenigstens die landschaftlichen Schönheiten des schweißtriefend erklommenen Berges zu fotografieren.

Den Blick nunmehr auf die weniger spektakulären Motive der Vegetation hier oben gerichtet, gelangte ich bald auf eine andere Seite des Burgbergs. Die Aussicht hier war durchaus spektakulär, und so setzte ich mich auf einen geeigneten Stein, um sie in Ruhe zu genießen. Doch kaum hatte ich es mir gemütlich gemacht, da geschah das inzwischen völlig Unerwartete: Der erste Gänsegeier tauchte ein Stück unterhalb von mir auf und segelte majestätisch an der steil ins Wasser abfallenden Felswand entlang, an deren oberster Kante ich saß.

Gänsegeier im Flug
Dieser Gänsegeier flog ein ganzes Stück unterhalb von mir.

Wie das bei Geiern nun einmal so ist, blieb er nicht lang alleine. Schon bald wurden es mehr und mehr der beeindruckenden Vögel, die an dieser Seite des Berges ihre Bahnen zogen. Bald glitten unter, neben und über mir Gänsegeier in zum Teil so geringer Entfernung, dass es selbst mit meinem 70-200er Tele schon eng wurde. Ich fotografierte was das Zeug hielt und wusste, dies war genau der Moment, den ich mir herbeigewünscht hatte. Vielleicht habt ihr ja mein Motto gelesen: „Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke.“ Dies war ohne Zweifel so ein Augenblick für meine Sammlung.

Gänsegeier im Flug
Schon bald segelten die ersten Geier auch auf meiner Höhe…
Gänsegeier im Flug
…und leicht oberhalb vorbei. Dabei beobachteten sie mich stets ganz genau.
Gänsegeier im Flug
So sieht es aus, wenn über einem der Geier kreist.

Irgendwann beschloss ich, die Kamera aus der Hand zu legen. Einerseits hatte ich wohl mehr als genug Fotos gemacht, andererseits wollte ich aber auch einfach die Situation in Ruhe genießen. Ich blieb noch lange sitzen und schaute „meinen“ Geiern zu.

Da standen am Castillo, kaum 150 Meter von mir, Scharen von Fotografen und gingen vermutlich heute leer aus. Und ich, der ich einfach keine Geduld gehabt hatte, noch länger zu warten, saß hier mit gut gefüllter Speicherkarte und betrachtete zufrieden die kreisenden Gänsegeier. Glück muss man haben.

Beim Abstieg vom Burgberg hinunter zum Parkplatz, auf dem mein Wohnmobil auf mich wartete, ließ ich den Tag noch einmal Revue passieren. Dabei war ich so in Gedanken, dass ich die Gänsegeier in den Felsnischen knapp über mir fast übersehen hätte. Selbstverständlich machte ich auch von ihnen noch ein paar Fotos. Aber anschließend konnte mich wirklich nichts mehr von einer bitter notwendigen Dusche und dann einem ordentlichen Abendessen abhalten.

Gänsegeier in Felsnischen
Diese Gänsegeier nisten unmittelbar oberhalb eines stark frequentierten Fuß- und Fahrwegs.
Gänsegeier am Nest in einer Felsnische
Völlig ausgelaugt von der Hitze und dann noch dieser prüfende Blick des Geiers – sollte ich mir Sorgen machen?

Mit den Gänsegeiern vom Salto del Gitano soll mein Reisebericht nun zu Ende gehen. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Freude daran.

Sicherlich ist auch in der Extremadura nicht alles in bester Ordnung. So macht es beispielsweise meinen geliebten Geiern zu schaffen, dass die EU aus Gründen der Hygiene vorschreibt, verendete Schafe usw. unverzüglich von den Weiden zu entfernen. Dabei sind es doch seit ewigen Zeiten gerade die Geier, die als sehr aufmerksame und effiziente „Hygienepolizei“ die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Ein anderes Problem stellt der zunehmende Verzicht auf Naturkorken zum Verschließen von Weinflaschen dar. Wenn die Nachfrage nach Kork ausbleiben sollte, könnte dies das Ende der Korkeichen und damit eines guten Teils der Dehesas bedeuten.

Und dennoch: Die Extremadura ist und bleibt hoffentlich noch lange ein großartiger, naturnaher Lebensraum für unendlich viele Tier- und Pflanzenarten.

Zum Schluss würde ich gerne noch eine Frage in eigener Sache loswerden: Mögt ihr solch lange Artikel wie diesen, der ja immerhin zwei Teile hatte? Oder liegt für euch eher in der Kürze die Würze? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

4 Kommentare

  1. „Zum Schluss würde ich gerne noch eine Frage in eigener Sache loswerden: Mögt ihr solch lange Artikel wie diesen, der ja immerhin zwei Teile hatte? Oder liegt für euch eher in der Kürze die Würze? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.“

    Lange Artikel, interessant geschrieben und viele, viele Bilder. So soll es sein.
    Bitte mehr davon!

  2. Dr. Karl-Uwe Häußler

    Schöner Artikel,
    Unterhaltsam und informativ. Vielen Dank dafür. Ich war schon oft in der Extremadura und schon drei Mal in Los Barruecos ohne die Mangusten zu sehen. Jetzt werde ich die Augen aufhalten. Auch das Castillo habe ich mir bisher ausgespart. Werde ich korrigieren!
    Zur Länge Deines Artikels: je länger, je besser, Du langweilt mich nicht und ich kann mich auch noch länger als 5 Minuten auf ein Thema fokussieren.

    • Vielen Dank für die netten und motivierenden Worte.

      Das Castillo bzw. der Blick von dort oben lohnen sich definitiv, natürlich ganz besonders bei gutem Geier-Flugwetter. Allerdings ist der Aufstieg vom Parkplatz ein wenig mühsam. Mit dem PKW kann man auch hinauffahren, aber oben gibt es nur wenige Stellplätze.

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