Eine Woche in Dresden

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Reisen

Geschäftlich war ich früher häufig in Dresden. Damals hatte ich immer nur am Abend etwas Zeit, mir die Stadt anzuschauen. Die wenigen Stunden haben aber letztlich schon genügt, um zu Hause in den höchsten Tönen von dieser attraktiven Stadt zu schwärmen. Kein Wunder also, dass meine Frau unbedingt auch einmal dorthin wollte. Ziemlich spontan haben wir uns nun Mitte September zu einem Kurzurlaub in Dresden entschlossen. Beide waren wir neugierig, ob es seinem Ruf als „Elbflorenz“ auch bei etwas genauerer Betrachtung gerecht werden kann.

Liebe geht durch den Wagen.

Ähnlich wie sein berühmtes Vorbild am Arno hat auch dieses „Florenz an der Elbe“ uns Fotografen jede Menge zu bieten. Hochsaison also für meine Kamera. Allerdings weiß ich nun nicht so recht, wie ich hier im Glaslinsenspiel mit all den Fotos umgehen soll, die ich dort gemacht habe. Viele von euch werden Dresden ja ohnehin schon kennen; alle anderen aber zumindest schon reichlich Bilder von dort gesehen haben. Ich darf also vermuten, dass wohl die wenigsten von euch allzu große Lust verspüren auf einen vollständigen Reisebericht einschließlich umfangreicher Fotodokumentation sämtlicher Sehenswürdigkeiten, die diese Stadt aufzubieten vermag.

Dresdner Stollen – das wohl berühmteste Produkt der Stadt

Meine Lösung: Ich zeige euch hier einfach nur ein paar meiner Lieblingsaufnahmen aus Dresden, ganz ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Auch die Frage, ob meine Motive von besonderer kulturhistorischer Bedeutung sind, soll bei der Auswahl keine große Rolle spielen. Betrachtet die Bilder vielleicht am besten als einen durchaus etwas ziellosen visuellen Spaziergang durch die Stadt. Ein kurze Überschrift zu eurer besseren Orientierung, jeweils einige einleitende Worte, dann die Bilder, das soll es für heute gewesen sein. Ihr könnt also bedenkenlos weiterlesen; es dürfte weder zäh noch allzu ermüdend werden.

Spuren der jüngeren Vergangenheit: Kulturpalast mit Wandbild „Der Weg der roten Fahne“

Die Altstadt

Wohl kaum eine andere große Stadt in Deutschland hat eine so prachtvolle Altstadt wie Dresden. Der Neumarkt mit seiner wieder aufgebauten Frauenkirche, der Zwinger, die Semperoper, das Residenzschloss, dazu die berühmten Brühlschen Terrassen am Ufer der Elbe – man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Zum Glück liegen all diese Highlights und noch so viele mehr in einem Umkreis von nur wenigen hundert Metern. Da es hier auch von Hotels, Gaststätten, Cafés und reichlich Geschäften voller Mitbringsel für wirklich jeden Geldbeutel nur so wimmelt, vermute ich mal stark, dass manche Gäste über diesen Bereich der Altstadt nie hinauskommen.

Neumarkt mit Frauenkirche
Kuppeln von Frauenkirche und Lipsiusbau (im Volksmund „Zitronenpresse“)
Semperoper
Die Anlage des Zwingers ist derzeit eine Baustelle. Deshalb muss ich mich…
…hier mit Detailaufnahmen begnügen.

Die Neustadt

Seit einigen Jahren ist Dresden leider nicht mehr nur für seine Pracht berühmt, sondern eben auch berüchtigt aufgrund jener schlecht gelaunten Krakeeler, die ihre Angst vor allem Neuen und Fremden ähnlich wie beim berühmten Pfeifen im dunklen Wald mit lautstarkem Gedröhne zu vertreiben suchen. So sehr der Ruf der Stadt darunter auch gelitten haben mag, muss man doch nur einmal einen kleinen Bummel in die jenseits der Elbe liegende Neustadt machen, um zu erkennen, dass Dresden jedoch vor allem die Heimat einer lebensfrohen, bunten und vielfältigen Gesellschaft ist, die zum Glück ganz und gar nicht so wirkt, als ob sie sich von Missmut und Hass unterkriegen ließe.

Jenseits der Elbe begrüßt uns zuerst der Goldene Reiter.
Neben gediegenen Wohnvierteln findet man in der Neustadt auch eine bunte Vielfalt wie hier…
…in der liebevoll gestalteten Kunsthofpassage.
Pfunds Molkerei wurde zum schönsten Milchladen der Welt gekürt.
Auch der älteste erhaltene jüdische Friedhof Sachsens findet sich in der Dresdner Neustadt.

Mit dem Schiff auf der Elbe

Was wäre ein Besuch in Dresden ohne eine Fahrt mit einem Schiff der Weißen Flotte, die heute als Nachfolger der ehemaligen „Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft von 1836“ Ausflugsfahrten anbietet? Bei herrlichem Wetter haben auch wir der Versuchung nicht widerstehen können und die gut dreistündige Tour bis Pillnitz und zurück gebucht. Erst vom Wasser aus nimmt man dann einen weiteren Vorzug Dresdens so richtig wahr: Die Elbuferauen sind nicht nur wunderschön, sie werden von den Einwohnern auch sehr gerne zur stadtnahen Erholung genutzt. Vor allem am rechten Elbufer stehen zudem viele ausgesprochen schmucke Villen. Höhepunkte der Fahrt sind neben der hübschen Landschaft die berühmten drei Elbschlösser, das Blaue Wunder (Loschwitzer Brücke) und nicht zuletzt Schloss Pillnitz am Wendepunkt unserer Fahrt.

Bei der Flussfahrt geht’s vorbei an den drei Elbschlössern (hier: Schloss Albrechtsberg)
Lingnerschloss (links) mit seinen Weinterrassen und Schloss Eckberg (rechts)
Blaues Wunder (Loschwitzer Brücke)
Begegnung auf der Elbe
Maria am Wasser, eine äußerst beliebte Hochzeitskirche
Schloss Pillnitz

Museumsmarathon

Schlechtes Wetter hatten wir bei unserem Aufenthalt zwar nicht, aber in Dresden wäre auch das gar kein Problem. Dabei denke ich jetzt nicht einmal an die vielen Cafés, in denen man höchst behaglich den einen oder anderen Regentag verbummeln könnte. Obwohl das selbstverständlich auch eine überaus verlockende Idee wäre, geht es mir hier um die erstaunlich große Auswahl an lohnenden Museen. Wegen des nicht gerade besucherfreundlichen Konzepts der Tagestickets, die jeweils gleich mehrere Museen umfassen, aber nur an einem Tag gültig sind, haben wir uns unabhängig voneinander einem wahren Museumsmarathon hingegeben. Ich kam am Ende auf drei, meine Frau gar auf vier Häuser. Ganz ehrlich, oft brauche ich so etwas nicht, auch wenn es sich schon sehr gelohnt hat.

In der Galerie Alte Meister im Zwinger wimmelt es nur so von berühmten Bildern noch berühmterer Maler.
Ebenfalls im Zwinger befindet sich der großartige Mathematisch-Physikalische Salon…
…wo man neben vielen anderen Exponaten eine historische Vakuumpumpe…
…oder diese Elektrisiermaschine bewundern kann.
Das Verkehrsmuseum beherbergt u.a. die Dampflokomotive „Saxonia“ aus dem Jahr 1839…
…und das erste Motorrad der Welt, den Daimler Petroleum-Reitwagen von 1885

Dresden am Abend

Tagsüber ist Dresden prachtvoll, aber am Abend wird es grandios. Vor allem der Blick über die Elbe auf die Brühlschen Terrassen zieht Einheimische wie Besucher geradezu magisch an. Oder soll es vielleicht doch lieber ein festlicher Abend werden? Gar kein Problem. Dresden hat beides zu bieten.

Selbst, wenn mal keine Vorstellung stattfindet, ist ein Besuch der Semperoper…
…noch immer ein Fest für die Sinne.
Wer es legerer mag, der sichert sich lange vor Sonnenuntergang ein Plätzchen auf den Elbwiesen…
…um zur blauen Stunde diese großartige Aussicht zu genießen.

Von Dresden aus ist es nur ein Katzensprung bis in die landschaftlich wirklich überaus beeindruckende Sächsische Schweiz. Diese Gelegenheit wollten wir uns keinesfalls entgehen lassen, auch wenn unsere Zeit nur für einen Tagesausflug gereicht hat. Ob sich der gelohnt hat, davon erzähle ich euch dann im nächsten Blogbeitrag.

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