Eigentlich arbeite ich ja gerade an einem ganz anderen Fotoprojekt, aber was heißt schon „eigentlich“? Manchmal hilft nichts, da muss man seine Pläne eben ändern. Dieses Mal liegt die Schuld allein beim Wetter. In den letzten Tagen hatten wir hier bei uns im Münsterland nämlich absolut ideale Bedingungen für jene kontrastreichen Schwarzweiß-Bilder, die ich so sehr mag. Da konnte ich einfach nicht widerstehen.


Jedermanns Sache sind solche Fotos vielleicht nicht; ich jedoch kann gar nicht genug davon bekommen. Vielleicht habe ich ja meine Kindheit nie ganz hinter mir gelassen, jene Zeit also, in der stets alles entweder schwarz oder weiß war und in Entenhausen am Ende immer die Guten gewonnen haben.


Ein wenig kann ich diese Zeiten in meinen Fotos wieder aufleben lassen. Alles, was ich dazu benötige, sind eine tief am möglichst wolkenlosen Himmel stehende Sonne und meine Kamera. Am liebsten suche ich mir dann strukturreiche Motive, die selbst zwar vom Licht beschienen werden, deren Umgebung aber im Schatten liegt. Idealerweise kommt noch eine Prise Raureif hinzu – und fertig ist mein Szenario für Bilder, in denen Schwarz und Weiß klar dominieren unter weitgehendem Verzicht auf die unter anderen Bedingungen so wichtigen Grautöne.


Bei der Auswahl meiner Motive habe ich mich dieses Mal vor allem auf Formen, Muster und Strukturen konzentriert, wie sie um diese Jahreszeit überall in der Natur zu finden sind. Meiner Ansicht nach geben beinahe schon abstrakt wirkende Elemente gerade in der kontrastreichen Schwarzweiß-Fotografie oft nahezu ideale Motive ab.




Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann sind solche Aufnahmen sehr einfach zu realisieren. Die Kamera spielt da im Grunde keine entscheidende Rolle. Hier habe ich meine kleine Immer-dabei-Kamera, die Ricoh GR4, verwendet – einfach nur deshalb, weil ich sie eben tatsächlich immer bei mir habe. Sie bietet darüber hinaus auch die Option, aus mehreren Bildstilen den mir jeweils passend erscheinenden auszuwählen. Diese Möglichkeit kam mir gelegen, um bei den Fotos in diesem Blogbeitrag einmal ganz gegen meine Gewohnheiten auf eine nachträgliche Bildbearbeitung zu verzichten. Stattdessen habe ich meine Kamera so eingestellt, dass sie fertige JEPGs im Bildstil „Hochkontrast S/W“ ausgegeben hat. Was soll ich sagen? Das hätte ich selbst auch nicht besser hinbekommen.

Hier und da konnte ich es mir allerdings nicht völlig verkneifen, in Lightroom noch ein klein wenig an den Bildern herumzudoktern. Nötig wäre das wohl nicht gewesen, aber ich wollte eben nicht gerne zugeben, dass meine Kamera mir bei der Bildbearbeitung absolut das Wasser reichen kann. Was bildet die sich eigentlich ein, mir, der ich viele Jahre Erfahrung vorweisen kann, einfach mal so mir nichts dir nichts zeigen zu wollen, wo bei der Bildbearbeitung der Hammer hängt. Das konnte ich ihr selbstverständlich nicht durchgehen lassen. Um aber ehrlich zu sein: Mehr, als hier mal den Hintergrund noch ein klein wenig abzudunkeln oder dort die Klarheit etwas anzupassen, blieb beim besten Willen nicht zu tun.



Zum Schluss noch zwei Bilder, die keine Naturfotos sind, aber, wie ich finde, dennoch ganz gut in diese Serie passen.

