Alle, die das Glaslinsenspiel schon etwas länger kennen, werden wissen, dass ich Sonnenschein und azurblauen Himmel zwar durchaus zu schätzen weiß, meine Kamera aber auch bei Kälte, Regen, Sturm oder allem, was es sonst noch so an unwirtlichem Wetter geben mag, gnadenlos zum Einsatz zwinge. Na ja, um ehrlich zu sein: Meistens bin dann am Ende eher ich derjenige von uns beiden, der sich nach der warmen Stube sehnt, während meine gute alte Olympus allen Wetterkapriolen ohne jedes Anzeichen von Unwillen zu trotzen vermag.

Dieses Mal aber hatte ich ein ganz anderes Problem: Am Morgen begrüßte mich zwar gleich nach dem Aufstehen eine beeindruckende Nebelsuppe, aber es war schon zu spüren, dass es nicht mehr lange dauern könnte, bis sich die Sonne durchgekämpft hätte. Mir blieb somit nicht mehr allzu viel Zeit, wenn ich noch ein paar Aufnahmen im dichten Winternebel machen wollte.


Also sollte ich mich wohl besser sofort auf den Weg machen. Die besten Chancen auf etwas länger anhaltenden Nebel und gleichzeitig auf gute Fotomotive gibt es oben am Hermannsweg, der dem Grat des Teutoburger Waldes folgt. Von meiner Haustüre bis oben sind es, wenn ich mich ordentlich spute, zu Fuß etwas mehr als zwanzig Minuten. Also los!


Um es gleich vorwegzunehmen, mehr als einige wenige Fotos sind es dann tatsächlich nicht geworden. Wie ich schon vermutet hatte, brach recht bald die Sonne durch und vertrieb all den schönen Nebel. Das Ganze geschah so schnell, dass mir gar keine Zeit blieb, Aufnahmen von der – oft ja besonders reizvollen – Übergangsphase zu machen. Tja, und nun stehe ich da mit langem Gesicht, weil es leider nicht genug Bilder sind für einen Blogbeitrag hier im Glaslinsenspiel.

Aber halt! Wer sagt denn, dass es nicht gelegentlich auch mal einen Artikel mit weniger als der sonst üblichen Zahl an Fotos geben darf?

Ein Fotoblog ist ja im Grunde nichts anderes als ein visuelles Tagebuch. Und sind denn Tagebucheinträge nicht auch manchmal länger, dann wieder kürzer, je nachdem, was man so alles erlebt hat? Allzu schlimm sollte es deshalb wohl nicht sein, wenn ich hier einfach mal über meinen Schatten springe und es ausnahmsweise bei einem ziemlich kurzen Blogbeitrag belasse.


Wenn ich’s mir recht überlege: Warum eigentlich nicht? Vielleicht wird’s hier zukünftig sogar öfter mal nur ein paar Fotos auf die Schnelle geben – so für den kleinen Hunger zwischendurch. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee.
