Gestatten, mein Name ist Bonnie

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Hallo, liebe Besucher des Glaslinsenspiels, bevor ihr euch verwundert die Augen reibt, will ich mich mal besser ganz schnell vorstellen: Ich bin Bonnie. Schlau, wie ihr seid, habt ihr sicher schon mitbekommen, dass ich ein Hund bin – also genau genommen natürlich eine Hündin, aber das versteht sich bei meinem Namen ja wohl von selbst. Noch genauer genommen bin ich – das sagen jedenfalls immer alle – eine niedliche kleine Hundedame, die auf ihren Spaziergängen stets allerlei bewundernde Kommentare zu hören bekommt. „Die ist aber süß“ oder „Du bist ja eine ganz Hübsche“ gehören da beinahe schon zum Standardrepertoire. Manchmal ist das direkt ein wenig peinlich, und als Dame sollte ich dabei vielleicht schamhaft erröten, was aber unter meinem Fell ohnehin keiner mitbekäme. Also lasse ich es.

Hier habe ich mein Lieblings-Stofftier bei mir.
Mit dem kann ich ganz herrlich spielen, seht ihr?

Übrigens, ich kann mir schon denken, welche Frage euch im Moment durch den Kopf geht. Glaubt ihr nicht? Nun, ich wette, ihr habt euch gerade gefragt, ob ich eine Rassehündin bin, und falls ja, welche Rasse das denn wohl sein mag. Woher ich das weiß? Ganz einfach, weil wir Hunde aus Erfahrung wissen, dass ihr Menschen immer alles gleich einsortieren müsst. Wo wir einfach nur einmal kurz schnüffeln, um die Welt um uns herum zu verstehen, da braucht ihr eure Schubladen, in die ihr erst einmal alles hineinpacken könnt. Tja, das Leben scheint ganz schön umständlich zu sein, wenn man sich nicht so wie wir auf seine Nase verlassen kann. Hier deshalb für euch zum Mitschreiben: Selbstverständlich bin ich eine Rassehündin, sogar eine Mehr-Rassen-Hündin, um ganz genau zu sein. Ihr dürft aber trotzdem einfach Bonnie zu mir sagen. Ich bin da ganz bodenständig geblieben.

Was ich denn hier im Glaslinsenspiel zu suchen habe, wollt ihr wissen? Wie soll ich euch das erklären? Also, es ist folgendermaßen: Ich lebe in einer sehr netten Familie und fühle mich da auch absolut pudelwohl (obwohl ich natürlich kein Pudel bin), aber manchmal fliegen meine Leute in Urlaub. Ich habe keine Ahnung, wie die das wohl machen, denn ich habe sie noch nie fliegen sehen, aber das ist schließlich nicht mein Problem. Ich jedenfalls kann ganz sicher nicht fliegen und will es auch lieber gar nicht erst versuchen. Tja, und da habe ich mal geschaut, ob ich für mich nicht eine etwas entspanntere Möglichkeit finde, wo ich Urlaub ohne den ganzen Reisestress machen könnte.

Nach dem Spielen mache ich es mir bei meinem Freund Brummi so richtig gemütlich.
Die Decke habe ich gekapert als niemand hingeschaut hat. Aber psssst, nicht verraten.

Beim Tennis habe ich dann eine sehr nette Frau kennengelernt. Wie bitte, ob ich selbst spiele? Ach so, nein, ich spiele natürlich nicht Tennis. Manchmal würde ich mir zwar gerne den Ball schnappen, aber das darf ich leider nicht. Na egal, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, also diese nette Frau hat mir angeboten, meinen Urlaub bei ihr und ihrem Mann zu verbringen, wenn meine Leute wieder einmal verreisen wollen. Und da ich, wie ich ja schon gesagt habe, nun einmal ohnehin nicht so auf Reisen stehe, habe ich ihr sofort meine Pfote darauf gegeben und den Deal perfekt gemacht. Seitdem wohne ich immer mal wieder für eine Weile bei den beiden.

Ihr fragt euch immer noch, was das alles mit dem Glaslinsenspiel zu tun hat? Ganz einfach, der Mann von der netten Frau ist der Typ, der diesen Blog hier betreibt, also die Texte schreibt und die Fotos dafür macht. Der fotografiert nun einmal gerne alles, was ihm gefällt – und offenbar habe ich ihm ziemlich gut gefallen. Da konnte er gar nicht mehr aufhören, Bilder von mir zu machen. Verstehen kann ich ihn ja. Nein, nicht weil ich mich selbst so wahnsinnig fotogen finde – obwohl: das schlechteste Model bin ich ja nun auch nicht gerade, oder? Aber ich meinte, dass ich dieses „Nicht-mehr-aufhören-können“ kenne. Mir geht’s immer mit meinen Hundekuchen so. Da ist bei mir auch erst Schluss, wenn kein einziger mehr übrig ist. Ihr braucht mich jetzt gar nicht so kritisch anzuschauen. Vielleicht trägt mein Fell hier und da ein wenig auf; ansonsten bin ich mit meiner Figur aber rundum zufrieden. Im Übrigen habe ich ohnehin keine Ambitionen, den Goldenen Hungerhaken gewinnen zu wollen.

Mal schauen, ob ich eine Katze erschrecken kann…

Aber zurück zum Thema: Mit der Wahl meiner Urlaubsunterkunft habe ich alles in allem eine ganz gute Wahl getroffen. Ich kann dort nach Herzenslust durch den Garten spazieren, in der Sonne dösen, überall ausgiebig schnüffeln und gelegentlich findet sich sogar die eine oder andere vorwitzige Katze im Garten ein, die ich ein wenig durch die Gegend jagen kann. Was will man mehr?

Auch drinnen im Haus habe ich es mittlerweile sehr gemütlich. Allerdings hat man mir anfangs doch tatsächlich nicht erlauben wollen, meine Schönheitsschläfchen auf einigen der bequemsten Sessel zu halten. Stellt euch das mal vor! Wofür haben sie denn die ganzen gemütlichen Sitzmöbel angeschafft, wenn ich die dann nicht nutzen darf? Man kann sich wirklich nur wundern, wie die Menschen auf solch verrückte Ideen kommen. Ich habe dann aber einfach so getan, als ob ich gar nicht kapiere, was sie von mir wollen. Wäre ja noch schöner, wenn ich mir Vorschriften machen ließe, wo ich dösen darf und wo nicht. Nun, wie nicht anders zu erwarten war, ist die Sache inzwischen zu meiner vollsten Zufriedenheit geklärt. Menschen sind ja zum Glück durchaus lernfähig. Man muss ihnen eben machmal ein wenig auf die Sprünge helfen.

Du willst mich doch nicht etwa aus meinem Lieblingssessel vertreiben?
Nein? Dann ist es ja gut. Ich möchte hier nämlich noch ein wenig abhängen.

Allerdings bin ich, das muss ich leider sagen, mit einem alles andere als unwichtigen Service-Detail hier in meiner Urlaubsunterkunft noch immer ein wenig unzufrieden. Um das besser verstehen zu können, solltet ihr vielleicht zuerst einmal wissen, dass Dösen, so schön es auch sein mag, nur meine zweitliebste Beschäftigung ist, vielleicht sogar noch hinter dem Katzen-Erschrecken nur die drittliebste. Unangefochten an erster Stelle meiner allerliebsten Tätigkeiten steht – na, ahnt ihr es vielleicht schon? – richtig, das Fressen. Und genau da gibt es dieses kleine, aber doch ärgerliche Service-Problem.

Ich hatte ja geglaubt, die Leute in meinem Feriendomizil wüssten nicht so genau, wie viel oder besser wie wenig ich normalerweise fressen darf. Deshalb habe ich mir recht große Hoffnungen gemacht, dass ich vielleicht die eine oder andere Extraportion ergattern könnte. Aber dummerweise scheinen sie ziemlich gut informiert zu sein. Wer da wohl gepetzt hat? Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie lange ich traurig und sehnsüchtig schauen und von einer Pfote ungeduldig auf die andere treten muss, bis dann endlich mal ein winzig kleines Zusatzportiönchen (man beachte die hier durchaus bewusst gewählte Verkleinerungsform) nach unten gereicht wird. Dabei sollte man doch wohl wenigstens im Urlaub mal so richtig schlemmen dürfen.

Hier wird manchmal ein kleines Extra-Leckerli versteckt. Ich finde es aber immer in Nullkommanichts.

Davon abgesehen ist aber alles so, wie man es von einem gut geführten Urlaubshotel erwarten darf: Nette Leute, freundlicher Service, viel Freizeitspaß, gerade das richtige Maß an Animation (ohne dabei mein durchaus großes Ruhebedürfnis zu ignorieren), Spaziergänge an der frischen Luft, auf Wunsch entspannende Kraulmassagen und ein nettes Ambiente. Insgesamt vergebe ich dafür viereinhalb von fünf Sternen. Leichte Abzüge gibt es für die zwar angemessenen, aber eben leider auch nicht mehr als angemessenen Portionen aus der Küche sowie für die nicht gerade hundefreundliche Hausregel, dass man nach jedem Schietwetter-Spaziergang, ohnehin nicht gerade eine meiner größten Leidenschaften, bei der Rückkehr mit echt nervigem Pfotensäubern belästigt wird. Ich versuche zwar immer, schon nach der zweiten oder spätestens der dritten Pfote auszubüxen, aber blöderweise zählen sie meistens mit und bemerken den Trick.

Im Garten gibt es immer etwas Interessantes zu beobachten oder zu erschnüffeln.
Besonders spannend finde ich es am Teich, auch wenn ich ein klein wenig wasserscheu bin.

So Leute, das soll’s jetzt von meiner Seite dann auch schon gewesen sein. Schließlich habe ich Urlaub, und da kann man keine ausschweifenden Berichte von mir erwarten. Ich denke jetzt mal darüber nach, ob ich mein nächstes Schläfchen im Körbchen oder doch lieber in einem der „verbotenen“ Sessel halte. Vielleicht dreh‘ ich auch vorher noch eine Runde durch den Garten und schaue mal, ob ich schnell noch eine kleine Katzenhatz einschieben muss. Danach brauche ich dann aber auf jeden Fall meinen Schönheitsschlaf.

Die weißen Sessel sind für mich tabu – eigentlich. Aber wenn ich meinen Charme spielen lasse…
Zur Not habe ich ja immer noch mein eigenes Körbchen. Auch sehr bequem.

Nachwort von Thorwald

Jetzt, da Bonnie schon wieder durch den Garten patrouilliert, möchte ich auch gerne noch ein paar Worte loswerden: Ihr habt ja recht, wenn ihr meint, dass Haustiere vielleicht nicht unbedingt etwas in einem Naturfotoblog zu suchen haben. Aber mal ehrlich, welcher Fotograf könnte bei einer so hübschen Hundedame denn schon widerstehen? Ich hoffe jedenfalls, ihr habt trotzdem ein wenig Freude an diesem Blogbeitrag, auch wenn er den Begriff „Naturfotografie“ etwas großzügiger auslegt.

4 Kommentare

  1. Da ich mich selbst zum Personal zweier Dackeldamen zähle kann ich nur schreiben: Ruhig mehr davon!!!

    • Bonnie lässt den beiden Dackeldamen zu ihrer offenbar recht gelungenen Personalauswahl gratulieren.

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